Joar, wie angekündigt, zumindest mit ein paar Auserwählten, will ich wieder mehr bloggen, also fang ich mal mit dem Tripreport an.
Leider hab ichs nicht geschafft, meinen Block mit auf die eigentliche Wiesn zu nehmen, aber ich denke fürn kleinen TripReport reichts dennoch (stellenweise auch durch Gedächtnisskizzen und Fotozeiten ergänzt).
11:00 Treffen am Bahnhof mit Mazzl. Erstes Reisehalbe von Mazzl gekauft.
11:05 Zug fährt ein. Zug kommt wie üblich nie mit Verspätung, heute schon. Hatten 11 Minuten planmäßig Zeit, so sinds noch 8 Minuten. Wird passen.
11:19 Ankunft in Mannheim, 5 Minuten bis unser Zug einfährt. Erstes Reisehalbe wird geöffnet und angestoßen. Wir wollen das offene Bier nicht mit in den Zug nehmen.
11:24 Mein Bier ist leer. Der erste Halbe auf leeren Magen geht erstaunlich gut rein. Ich fühl mich topfit.
13:06 Ich kommentiere online, dass mittlerweile das zweite Halbe stramm sitzt. Wenn ich das nur gelassen hätte, hätte ich mir gute 20 Euro alleine an Surf-Kosten in 2 Tagen gespart.
14:36 Ich erinnere mich an mein Vorhaben mit dem Block und beginne mit den Notizen, während in unserer Kabine der Foto rumgeht und jeder mal darf. Die alte Nutte.
14:39 Nach guten 2 Stunden Fahrzeit sind die ersten 2 Liter feinstes Franziskaner unten. Nur, dass wir am anderen Ende des Zuges, also entgegengesetzt vom Speisewagen Platz genommen haben und wir somit zum Bierholen durch den komplett vollen Zug laufen/torkeln müssen ist etwas missgünstig.
Der Gedanke verfliegt beim Anblick unseres bunt beklebten Fensters. Wie immer alle Aufkleber von mittlerweile 12 Bier abgemacht und an die Glastür geklebt. Von außen sehen wir sicher aus wie eine Gruppe Vollassis.. wenn die wüssten.
14:40 Kollektiver Flashback an unsere Filmidee. Snakes on a Plane war gestern, morgen kommt "Water in the Train", ein Zug der aus unersichtlichen Gründen überflutet wird und Samuel L. Jackson sich als altgedienter Fahrkartenkontrolleur durch die Wassermassen kämpfen muss.
14:55 Mazzl O-Ton "Und was isst du dann im Zelt, Simi? BACKTOMATEN?!"
15:01 Wir sinnieren über künftige Kostüme für den schmutzigen Donnerstag. Über Ash Ketchum und seine Pokemon über die alteingessenen Spartiaten bis hin zu den Fantastic 4, wobei Simi das Ding macht und wir ihn mit Kot einreiben wollen, weil das getrocknet so lebensecht aussähe.
15:14 Zwar kommen wir gleich in München an, was uns nicht davon abhält die Klettverschlüsse unserer Sitze abzumontieren und uns mit den kratzigen Enden zu vermöbeln. Wie immer ist Johann der einzige der davon Spuren behält. Läuft.
15:20 Der Vorhang hängt aus dem offenen Fenster und wirkt als würde er jeden Moment durch den Fahrtwind aus den Angeln gerissen. 2 Sekunden später wird er aus den Angeln gerissen - von mir. Er gleitet vom Fahrtwind sanft getragen hinfort.
15:29 "Furz + Simi wieder Fleisch" Keine Ahnung was das bedeutet, offenbar waren wir in München am Hbf angekommen, aber mehr weiß ich da nicht. Ich war da schon bei guten 30-40%.
15:36 Bevor wir uns weiter auf den Weg machen, gehen wir erstmal zu Burger King und schieben uns ein zweites Frühstück rein. Ich glaube, das wars was der Simi mit Fleisch zu tun hatte.
15:58 Wir wollen mit der U-Bahn zur Herberge fahren, haben nur leider keinen Plan mit welcher U-Bahn und in welche Richtung. Das wird lustig. Wir laufen erstmal durch die U-Bahn und schauen uns alle möglichen Pläne und Karten an.
16:07 Wir sind endlich in der richtigen U-Bahn. Hoffentlich. Sicher sind wir da alle nicht, was die Sache etwas verschärft, wir müssen spätestens um 17 Uhr an der Herberge sein, sonst werden unsere Zimmer freigegeben. Glaube ich zumindest.
16:44 Wir sind in der Herberge angekommen, haben uns unser Bettzeug geholt und beziehen erstmal unsere Betten, ich glaube so manches Bett in Indien war da besser bezogen, aber notdürftig-bezogen reichte uns für 2 sturzbetrunkene Nächte durchaus.
16:45 Der Pegel sinkt solangsam wieder. Das Essen dürfte daran einen nicht unbeträchtlichen Teil haben. So langsam realisiere ich auch, dass ich soeben von meinen mitgebrachten 125 Euro alleine 100 Euro beim Check-In gelassen hab. Die anderen 25 Euro gingen bei der Hinfahrt drauf. Das heißt ich bin vollkommen blank. Vielversprechend.
16:50 Hab zuerst Bremsbauch gelesen in meinen Aufzeichnungen gelesen, aber dann erinnerte ich mich. Das Opfer in der Runde wurde höflich, aber bestimmt zu einem allseitigem Brennbauch eingeladen, was von den Umstehenden auch gerne angenommen wurde. Die Spuren sollen noch einige Stunden zu sehen sein.
17:10 Umgezogen, notdürftig frisch gemacht gehts los Richtung Theresienwiese. Auf dem Hinweg kamen wir an einem Penny und einem Schlecker vorbei. Dort wirds sicher Bier geben.
17:18 Reisehalbe vom Schlecker. Ist zwar Becks, geht dennoch nicht wirklich einfach rein. Aber wird schon passen, das Magengrummeln wird mit Bier gestopft.
17:56 Nachdem wir inzwischen bei der Bank waren, jeder Geld, Pegel und Laune hat, bemerkt unser Ticketmann vom Hinweg, dass er das Ticket in der Herberge hat liegen lassen und kommentiert mir das direkt. Danke an der Stelle.
Wir sollten morgen feststellen, dass wir die ersten zwei Strecken in der Münchner U-Bahn ohnehin ohne gültiges Ticket gefahren sind. Wer konnte denn auch damit rechnen, dass man Tickets vom Automat noch abstempeln muss.
18:52 Ankunft auf dem Wiesngelände. Direkt mal ein Scheiß "Sky-Rocket" oder so gefahren, was todeshoch war und ich hatte offenbar kurz vergessen, dass ich grausame Höheangst hab. Wird schon gehen.
18:56 Das Mörderteil überstanden, heilfroh wieder aufm Boden zu stehen. Der Alkohol wurde gut durchgewirbelt, das ging nicht ganz spurlos an mir vorbei.
19:19 Das erste Halbe auf der Wiesn in der Hand, welches auch gleich von mir fotografiert wird. Dazu gibts gleich ein XXL-Schnitzel.
19:38 Das Schnitzel kommt, wird direkt gevierteilt noch bevor ich die Möglichkeit habe, das Ganze auf Foto festzuhalten. Lecker wars nicht, die Beilagen waren besser als der Hauptgang, dennoch der Magen ist voll und weiteres Bier kann kommen. Mittlerweile sind wir alle beim 6ten Halben.
20:06 Eine Gurke ist auf dem Tisch liegen geblieben. Benny ermuntert Johann diese für einen 1 Euro vom Tisch zu lecken. Komplett, ohne Hände. Simi steigt mit einem Euro dazu, Mazzl ebenfalls, aber Johann ist noch nicht vollends überzeugt. Also schnapp ich mir die 3 Euro und lege 5 auf den Tisch. Das überzeugt ihn und der Tisch ist streifenfrei sauber.
20:38 Wir stehen im Biergarten vom Bräurosl. Stehen in der Schlange und hinter mir ist ein offenbarer Australier so besoffen, dass er seine Maß nimmer gerade halten kann und mir alles über die Schuhe kippt. Super Einstieg.
20:50 Immernoch Anstehen. Eine Kellnerin, die ich zuerst nicht als solche erkannt habe, bietet uns an, während wir warten uns 2 Maß zum Warten zu bringen. Ich frage in die Runde "Die Frau sagt, sie kann uns Bier von drinnen besorgen!!" Ich war total baff, dachte es wäre eine nette Wiesnbesucherin. Fail, alright.
20:56 Die 2 Maß kommen an, zusammen geschüttet hätten sie auch eine ganze Maß ergeben. Wir kippen sie dennoch oder gerade deshalb in atemberaubendem Tempo in uns rein.
21:06 Die Maß sind leer und wir sind drin. Das erste Mal in einem Wiesn-Zelt. Keine Ahnung von überhaupt was. Wir laufen direkt zur Schänke unwissend, dass es keine Stehmaß oder herkömmlichen Ausschank gibt. Wir fragen dennoch eine - die ist stark freundlich und bittet uns mit an einen halbfreien Tisch zu kommen, dort können wir die Maß entgegen nehmen. Yeah!
21:12 Wir haben die ersten 5 Maß, Prost! Die sind schon etwas gefüllter. Wir in der Zwischenzeit auch. Aber es schmeckt so unsagbar gut.
21:19 Online Kommentar: "Ich hab grade Benny in die Maß gefurzt". Die Vorgeschichte ist die, er erzählt mir etwas legt die Hand um mich, als ich gerade furze. Gleichzeitig hat dieser seine Maß genau auf der richtigen Höhe..ich muss heute noch lachen.
21:49 Erste Maß leer, eigentlich sollte es das für heute gewesen sein, aber mir schmeckt es so gut, dass ich irgendwann noch eine zweite Maß in der Hand habe. Keine Ahnung ob ich die bestellt habe oder irgendwem geklaut. Beides ist zu diesem Zeitpunkt etwa gleich wahrscheinlich.
23:46 Wir kommen wieder an der Herberge an. Ich und Benny sitzen noch vor der Tür und quatschen, als wir von einem Mädel angesprochen werden, ob wir noch mit ihr um die Ecke Party feiern wollen. Amüsiert über die Ausdrucksweise nutzt mein Pegel die Vorlage ihr zu erklären, dass wir ablehnen, auch wenn sie das nicht verstehen könnte, dass wir nicht mitkommen würde, weil sie ja gut aussehe und wir auch, aber wir wollen lieber hoch. Ich glaube ihr wäre ein schlichtes Nein lieber gewesen.
00:41 Das Gespräch hat sich doch länger gezogen. Kam mir vor wie 10 Minuten, waren offenbar knapp 3 Stunden. Naja, ich wecke schonmal den Rest unserer schon schlafenden Leute mit lautstarkem Rülpsen und Furzen, während Benny solange auf dem Pot sitzt, bis ihm das linke Bein einschläft.
01:04 Ungeachtet der anderen Schlafenden drehe ich aus Heimatverbundenheit mein Handy volle Lautstärke auf. Der Rest ist genervt von TKKG, aber ich schlafe ein wie ein betrunkenes Baby.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Wiesn Tripreport 02.10.10 (Tag 2)
5:30 Irgendjemand hatte offenbar vergessen seinen Wecker von der Zeit aus Mittel/Ost-Bulgarien auf unsere umzustellen und so klingelt der Wecker geschlagene 1 1/2 Stunden zu früh. Reihum werden alle wach. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, welche Chance sich uns hiermit eigentlich geboten hatte.
7:00 Allgemeines Erwachen, Simi hat ausweislich seiner Notizen die er mir dazugeschrieben hat einen Filmriss, gratulation dazu. Wir warn auch die Einzigen die gestern 2 Maß hatten. Insgesamt macht das 4,5 Liter - kein schlechter Einstand. Zumal wir den ersten Tag einfach mal über die Wiesn laufen wollten.
7:20 Kacken, Duschen, in den feinsten Zwirn geschmissen. "Läuft" kommentiert, offenbar sah die Welt da schon ganz anders aus. Wie immer nach einem Suff-Duschen.
7:30 Abfahrt Richtung Speisesaal, allerhöchste Eisenbahn: Johanns Fürze riechen nach Darmnekrose und nötigen uns zur Flucht.
7:33 Notdürftiges Frühstück mit Müsli und O-Saft. Geschmacklich nicht grade Zacherl, aber annehmbar.
8:30 Aufbruch zur Wiesn, heute wird - wie man sagt - deftig am Kabel gezogen und dicke einen durchgeladen. So zumindest der Plan, wenn ich da gewusst hätte, wie Recht ich haben würde.
8:38 Das Reisehalbe beim Schlecker find ich so überragend, dass ich es in Facebook direkt die ganze Welt wissen lassen muss.
09:15 Ankunft auf dem Wiesngelände. Das heutige Ziel soll das Hackerzelt sein. Dort angekommen sieht die Schlange verführerisch kurz aus. Das erste Halbe ist auch drin, scheint also zu laufen. Direkt angestellt und nach kurzer Zeit gehts vorwärts. Jedoch nicht weil Leute reinkommen sondern weil die Anstehenden aufgeben.
10:26 Wir geben auch auf und verdrücken uns an den Seiteneingang vom Hacker, um dort auch nach einer Stunde auch aufzugeben. Nächstes Ziel ist die Toilette, danach was essen und danach in den Biergarten.
12:12 Das erste Halbe für den heutigen Tag, Zwischenstand 5,5 Liter. Alles läuft bestens, wir haben einen guten Platz, zur Not einen Schirm über uns und das Bier fließt. Wir entscheiden uns auf 2-3 Halbe zu bleiben und dann mit Zwischenpegel die nächste Warteorgie auf uns zu nehmen.
12:53 In berauschendem Tempo und nach 3 Runden direkt hintereinander kommen wir bei insgesamt 7 Litern an.
13:46 Neben uns am Tisch nimmt ein Familie mit 3 oder 4-jährigen Kind Platz. Johann ist ganz aufgeregt. Benny kommentiert es online: "Gerücht: johann hat ne 13 jährige geschwängert."
14:20 Die vorhergesagten 8 Liter auf der Wiesn prasseln auf meinen Körper ein. Nach 5 Halben heute, brauche Regenaration, Schwindel plagt mich - im Sitzen.
14:31 Schnell noch eine Runde Schnupftabak von den Schweizern neben uns. Während ich über Simi lache, der sich eine Mischung aus Tabak und Rotz im Gesicht verschmiiert, merke ich, dass ich dasselbe tue. Lustig finden wirs dennoch.
14:44 Ich und Benny entscheiden uns die Käsespätzle von gestern zu nehmen und am Essenswagen werden wir von Mario aus 'Super Mario Bros.' bedient. Hervorragend, so schmeckt es denn auch.
15:41 Ich entscheide mich für einen letzten treffenden Status in Facebook und beschließe 20 Euro sind genug Geld versurft. Naja, ich zahls ja nicht..
16:07 Mittlerweile sind wir richtig dicht. Es fällt mir schwer mich auf einzelne Sachen zu konzentrieren. Aus Angst diesen Moment zu vergessen, erzähl ich Simi davon, dass ich Probleme habe, wenn ich mit dem Kopf schnell hin - und herwackle mein Umfeld zu fokussieren.
16:24 Das letzte von 7 halben ist geleert, Zwischenstand: 9 Liter. Aus 'kurz in den Biergarten' wurde ein gesamter Mittag einschließlich eines halben Nachmittags. Wir machen uns nun auf, es heißt jetzt Anstehen bis ums Verrecken.
17:36 Wir kommen nach interessanter Vorgeschichte im Paulaner-Festzelt an. Eigentlich wollten wir uns ganz regulär anstellen. Ich werde jedoch von Leuten, die für den ganzen Tag reserviert hatten, angesprochen, ob ich ihre Bändchen kaufen möchte. Da ich jedoch vorher gesehen hatte, wie es an anderen Türen gescheitert ist, war ich skeptisch, zumal er 10 Euro pro Bändchen wollte. Letztlich sah die Verhandlung so aus, wir zahlen 20 Euro jetzt und wenn wir reinkommen, dann kommt einer raus und wir zahlen nochmal 20, für insgesamt 4 Bändchen. Noch bevor ich zuende sprechen konnte, zückte Simi die anderen 20 Euro und drückt sie der Frau in die Hand. Die Bändchen waren also komplett gekauft und 10 Minuten später waren wir im Zelt.
17:59 Nach kurzer Orientierungslosigkeit haben wir Glück und entdecken einen halbfreien Tisch mit 5 etwa Gleichaltrigen zu denen wir uns direkt gesellen und wenig später haben wir den ersten Kolben (danke für das Wort) des heutigen Tags in der Hand. Selbst nach 3-4 Litern, alleine heute, schmeckt er umwerfend gut.
18:15 Ich unterhalte mich mit meinem Banknachbar Franzl, einem gebürtigem Bayer. Über Stuttgart 21, das Rauchverbot auf der Wiesn und sonst Gott und die Welt.
19:01 Die nächste Runde Maß kommt an, keine Ahnung wessen ich trinke, denn ich bin seit den 10 Euro für das Bändchen gelinde gesagt pleite. Die 100 Euro, die ich gestern abgehoben haben sind verschossen. Kein Wunder bei 35 Euro alleine im Biergarten - dennoch stoße ich vollmundig mit dem Rest an.
20:38 Pinkeln nach knappen 2 Maß. Mazzl kommt mit. Wir gehen Pinkeln und ich quatsche den Typ mir gegenüber an, während ich ihm stier in die Augen gucke. Auf dem Rückweg verlaufe ich mich heillos mit Mazzl und wir laufen geschätzte 10 Mal an gleichen Bänken vorbei. In meiner Hilflosigkeit schreibe ich Benny eine SMS wo sie denn sitzen (gemeint war die Tischnummer), seine Antwort: "An unserem ursprünglichen Platz". Danke dafür.
20:57 Wir kommen wieder an Tisch # 20 an. Heute geh ich nicht mehr auf Toilette. Auch wenn ich jetzt verstanden hab, dass der Raum sich spiegelt und auch wenn ich in gleicher Entfernung zur Kapelle stand (das war mein Orientierungspunkt gewesen), ich auf der völlig falschen Seite des Zelts stand.
21:27 Letztes Bild innerhalb des Zelts, binnen der nächsten halben Stunde machen wir uns nach Maß Nummero 3 auf den Weg. Noch mal volldurchgestartet zum Abgang.
00:10 Nach zahlreichen Versuchen Simi wiederzufinden, den wir außerhalb vom Zelt direkt verloren haben, kommen die restlichen Fantastic Four an der U-Bahn an. Unterwegs hatten wir einen Wiesnhut gefunden, der jedem viel zu groß war. Getragen haben wir ihn trotzdem, nur weil wir den unter dem Reifen eines parkenden Autos hervorgezogen haben..
00:30 Nach kurzem Disput kommen ich und Johann an unserem Zimmer an. Der Herr hatte seinen Schlüssel offenbar im Zimmer gelassen und die Idee fand der hauseigenen Türsteher nicht allzugut. Er weist uns darauf auch freundlich hin: "Ihr sollt nicht denken, sondern nur tun was man euch sagt". Ich erwidere: "Tschuldigung, bin aus dem Alter, wo ich blind gehorche."
00:40 Geistesgegenwärtig greife ich im Zimmer direkt zum Block und notiere in feinstem Arabisch "Wieder da, L a u s c h i c h hjkhjkhkj". Außerdem finden wir Simi wieder, der schläft und ich kann es mir nicht nehmen lassen ihn zu wecken und ihm ein Stück Salami vom Frühstücksbrötchen unter den Kopf zu legen. Ich betrachte die Situation kurz, finde es für den Vegetarier dann doch zu hart und lege Johanns Hut noch dazu. Schon viel besser.
00:49 Vorm Schlafen gehen mache ich noch schnell ein Beweisfoto davon und lege mich geschlagen, von geschätzten 8 Liter Bier heute, totmüde ins Bett. Vorher stelle ich natürlich noch eine weitere Folge TKKG an und schlafe innerhalb von Sekunden ein.
7:00 Allgemeines Erwachen, Simi hat ausweislich seiner Notizen die er mir dazugeschrieben hat einen Filmriss, gratulation dazu. Wir warn auch die Einzigen die gestern 2 Maß hatten. Insgesamt macht das 4,5 Liter - kein schlechter Einstand. Zumal wir den ersten Tag einfach mal über die Wiesn laufen wollten.
7:20 Kacken, Duschen, in den feinsten Zwirn geschmissen. "Läuft" kommentiert, offenbar sah die Welt da schon ganz anders aus. Wie immer nach einem Suff-Duschen.
7:30 Abfahrt Richtung Speisesaal, allerhöchste Eisenbahn: Johanns Fürze riechen nach Darmnekrose und nötigen uns zur Flucht.
7:33 Notdürftiges Frühstück mit Müsli und O-Saft. Geschmacklich nicht grade Zacherl, aber annehmbar.
8:30 Aufbruch zur Wiesn, heute wird - wie man sagt - deftig am Kabel gezogen und dicke einen durchgeladen. So zumindest der Plan, wenn ich da gewusst hätte, wie Recht ich haben würde.
8:38 Das Reisehalbe beim Schlecker find ich so überragend, dass ich es in Facebook direkt die ganze Welt wissen lassen muss.
09:15 Ankunft auf dem Wiesngelände. Das heutige Ziel soll das Hackerzelt sein. Dort angekommen sieht die Schlange verführerisch kurz aus. Das erste Halbe ist auch drin, scheint also zu laufen. Direkt angestellt und nach kurzer Zeit gehts vorwärts. Jedoch nicht weil Leute reinkommen sondern weil die Anstehenden aufgeben.
10:26 Wir geben auch auf und verdrücken uns an den Seiteneingang vom Hacker, um dort auch nach einer Stunde auch aufzugeben. Nächstes Ziel ist die Toilette, danach was essen und danach in den Biergarten.
12:12 Das erste Halbe für den heutigen Tag, Zwischenstand 5,5 Liter. Alles läuft bestens, wir haben einen guten Platz, zur Not einen Schirm über uns und das Bier fließt. Wir entscheiden uns auf 2-3 Halbe zu bleiben und dann mit Zwischenpegel die nächste Warteorgie auf uns zu nehmen.
12:53 In berauschendem Tempo und nach 3 Runden direkt hintereinander kommen wir bei insgesamt 7 Litern an.
13:46 Neben uns am Tisch nimmt ein Familie mit 3 oder 4-jährigen Kind Platz. Johann ist ganz aufgeregt. Benny kommentiert es online: "Gerücht: johann hat ne 13 jährige geschwängert."
14:20 Die vorhergesagten 8 Liter auf der Wiesn prasseln auf meinen Körper ein. Nach 5 Halben heute, brauche Regenaration, Schwindel plagt mich - im Sitzen.
14:31 Schnell noch eine Runde Schnupftabak von den Schweizern neben uns. Während ich über Simi lache, der sich eine Mischung aus Tabak und Rotz im Gesicht verschmiiert, merke ich, dass ich dasselbe tue. Lustig finden wirs dennoch.
14:44 Ich und Benny entscheiden uns die Käsespätzle von gestern zu nehmen und am Essenswagen werden wir von Mario aus 'Super Mario Bros.' bedient. Hervorragend, so schmeckt es denn auch.
15:41 Ich entscheide mich für einen letzten treffenden Status in Facebook und beschließe 20 Euro sind genug Geld versurft. Naja, ich zahls ja nicht..
16:07 Mittlerweile sind wir richtig dicht. Es fällt mir schwer mich auf einzelne Sachen zu konzentrieren. Aus Angst diesen Moment zu vergessen, erzähl ich Simi davon, dass ich Probleme habe, wenn ich mit dem Kopf schnell hin - und herwackle mein Umfeld zu fokussieren.
16:24 Das letzte von 7 halben ist geleert, Zwischenstand: 9 Liter. Aus 'kurz in den Biergarten' wurde ein gesamter Mittag einschließlich eines halben Nachmittags. Wir machen uns nun auf, es heißt jetzt Anstehen bis ums Verrecken.
17:36 Wir kommen nach interessanter Vorgeschichte im Paulaner-Festzelt an. Eigentlich wollten wir uns ganz regulär anstellen. Ich werde jedoch von Leuten, die für den ganzen Tag reserviert hatten, angesprochen, ob ich ihre Bändchen kaufen möchte. Da ich jedoch vorher gesehen hatte, wie es an anderen Türen gescheitert ist, war ich skeptisch, zumal er 10 Euro pro Bändchen wollte. Letztlich sah die Verhandlung so aus, wir zahlen 20 Euro jetzt und wenn wir reinkommen, dann kommt einer raus und wir zahlen nochmal 20, für insgesamt 4 Bändchen. Noch bevor ich zuende sprechen konnte, zückte Simi die anderen 20 Euro und drückt sie der Frau in die Hand. Die Bändchen waren also komplett gekauft und 10 Minuten später waren wir im Zelt.
17:59 Nach kurzer Orientierungslosigkeit haben wir Glück und entdecken einen halbfreien Tisch mit 5 etwa Gleichaltrigen zu denen wir uns direkt gesellen und wenig später haben wir den ersten Kolben (danke für das Wort) des heutigen Tags in der Hand. Selbst nach 3-4 Litern, alleine heute, schmeckt er umwerfend gut.
18:15 Ich unterhalte mich mit meinem Banknachbar Franzl, einem gebürtigem Bayer. Über Stuttgart 21, das Rauchverbot auf der Wiesn und sonst Gott und die Welt.
19:01 Die nächste Runde Maß kommt an, keine Ahnung wessen ich trinke, denn ich bin seit den 10 Euro für das Bändchen gelinde gesagt pleite. Die 100 Euro, die ich gestern abgehoben haben sind verschossen. Kein Wunder bei 35 Euro alleine im Biergarten - dennoch stoße ich vollmundig mit dem Rest an.
20:38 Pinkeln nach knappen 2 Maß. Mazzl kommt mit. Wir gehen Pinkeln und ich quatsche den Typ mir gegenüber an, während ich ihm stier in die Augen gucke. Auf dem Rückweg verlaufe ich mich heillos mit Mazzl und wir laufen geschätzte 10 Mal an gleichen Bänken vorbei. In meiner Hilflosigkeit schreibe ich Benny eine SMS wo sie denn sitzen (gemeint war die Tischnummer), seine Antwort: "An unserem ursprünglichen Platz". Danke dafür.
20:57 Wir kommen wieder an Tisch # 20 an. Heute geh ich nicht mehr auf Toilette. Auch wenn ich jetzt verstanden hab, dass der Raum sich spiegelt und auch wenn ich in gleicher Entfernung zur Kapelle stand (das war mein Orientierungspunkt gewesen), ich auf der völlig falschen Seite des Zelts stand.
21:27 Letztes Bild innerhalb des Zelts, binnen der nächsten halben Stunde machen wir uns nach Maß Nummero 3 auf den Weg. Noch mal volldurchgestartet zum Abgang.
00:10 Nach zahlreichen Versuchen Simi wiederzufinden, den wir außerhalb vom Zelt direkt verloren haben, kommen die restlichen Fantastic Four an der U-Bahn an. Unterwegs hatten wir einen Wiesnhut gefunden, der jedem viel zu groß war. Getragen haben wir ihn trotzdem, nur weil wir den unter dem Reifen eines parkenden Autos hervorgezogen haben..
00:30 Nach kurzem Disput kommen ich und Johann an unserem Zimmer an. Der Herr hatte seinen Schlüssel offenbar im Zimmer gelassen und die Idee fand der hauseigenen Türsteher nicht allzugut. Er weist uns darauf auch freundlich hin: "Ihr sollt nicht denken, sondern nur tun was man euch sagt". Ich erwidere: "Tschuldigung, bin aus dem Alter, wo ich blind gehorche."
00:40 Geistesgegenwärtig greife ich im Zimmer direkt zum Block und notiere in feinstem Arabisch "Wieder da, L a u s c h i c h hjkhjkhkj". Außerdem finden wir Simi wieder, der schläft und ich kann es mir nicht nehmen lassen ihn zu wecken und ihm ein Stück Salami vom Frühstücksbrötchen unter den Kopf zu legen. Ich betrachte die Situation kurz, finde es für den Vegetarier dann doch zu hart und lege Johanns Hut noch dazu. Schon viel besser.
00:49 Vorm Schlafen gehen mache ich noch schnell ein Beweisfoto davon und lege mich geschlagen, von geschätzten 8 Liter Bier heute, totmüde ins Bett. Vorher stelle ich natürlich noch eine weitere Folge TKKG an und schlafe innerhalb von Sekunden ein.
Abonnieren
Kommentare (Atom)